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SVS 2026: Beiträge und Grenzen für Selbstständige

SVS 2026: Beiträge und Grenzen für Selbstständige

Wie viel SVS zahlst du als Selbstständiger in Österreich? Alle Werte 2026: Grenzen, Höchstbeitrag, Rechenbeispiel und warum die Nachzahlung kommt.

LazyBill Redaktion 29. September 2026 11 Min. Lesezeit

Wer sich in Österreich selbstständig macht, ist vom ersten Tag an bei der SVS versichert, der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen. 2026 schreibt sie dir mindestens 160,81 € im Monat vor und höchstens 2.182,17 €. Dazwischen gehen rund 24 % deines Gewinns an die Sozialversicherung. Tückisch ist dabei vor allem der Zeitpunkt: In den ersten Jahren verlangt die SVS nur den Mindestbeitrag. Die Abrechnung für dein tatsächliches Einkommen kommt Jahre später, und dann auf einmal.

Dieser Artikel gilt für Österreich. In Deutschland sind die meisten Selbstständigen nur in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert, eine SVS gibt es dort nicht.

Wer bei der SVS pflichtversichert ist

Gewerbetreibende
Wer einen Gewerbeschein hat, ist ab dem Tag der Anmeldung pflichtversichert, egal wie viel er verdient (§ 2 GSVG). Eine Ausnahme für Kleinunternehmer gibt es nur auf Antrag.
Neue Selbständige
Selbstständige ohne Gewerbeschein, etwa Vortragende, Journalistinnen, Autoren oder Psychotherapeutinnen. Pflichtversichert erst, wenn die Einkünfte im Jahr über 6.613,20 € liegen (Wert 2026).
Gesellschafter
Gesellschafter einer OG, Komplementäre einer KG und Geschäftsführer einer GmbH, die mit mehr als 25 % beteiligt sind.
Freie Berufe mit Kammer
Ärzte, Apotheker, Patentanwälte und Ziviltechniker sind nach dem FSVG versichert und zahlen in der Pensionsversicherung 20 % statt 18,5 %.

Wie hoch die Beiträge 2026 sind

Die Beiträge teilen sich auf vier Töpfe auf. Drei davon sind ein Prozentsatz deiner Beitragsgrundlage, der vierte ist ein fixer Betrag (§ 27 GSVG):

Pensionsversicherung
18,5 % der Beitragsgrundlage
Krankenversicherung
6,8 % der Beitragsgrundlage
Selbständigenvorsorge
1,53 % der Beitragsgrundlage, die Abfertigung Neu für Selbstständige
Unfallversicherung
12,95 € im Monat, unabhängig vom Einkommen

Zusammen sind das 26,83 % der Beitragsgrundlage plus 155,40 € im Jahr. Nach unten und oben ist die Beitragsgrundlage begrenzt, damit ergeben sich für 2026 diese Grenzen:

Beitragsgrundlage im MonatBeitrag im MonatBeitrag im Jahr
Mindestens551,10 €160,81 €1.929,72 €
Höchstens8.085,00 €2.182,17 €26.186,04 €

Wie die Beitragsgrundlage entsteht

Grundlage sind deine Einkünfte laut Einkommensteuerbescheid, dein Umsatz spielt keine Rolle. Weil du die SVS-Beiträge dort schon als Betriebsausgabe abgezogen hast, zählt sie die vorgeschriebenen Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge wieder dazu (§ 25 GSVG). Die Summe, geteilt durch deine Versicherungsmonate, ist die Beitragsgrundlage. Der Gewinnfreibetrag nach § 10 EStG senkt die Einkünfte im Bescheid und damit auch die Beiträge. Den Grundfreibetrag von 15 % bis 33.000 € Gewinn bekommst du dabei automatisch.

Weil der Steuerbescheid erst lange nach dem Jahr kommt, rechnet die SVS in zwei Schritten:

Vorläufig
In den ersten drei Jahren gilt die Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 € im Monat. Ab dem vierten Jahr nimmt die SVS deine endgültige Beitragsgrundlage aus dem drittvorangegangenen Jahr und wertet sie auf, 2026 also die von 2023 mal 1,181.
Endgültig
Sobald dein Einkommensteuerbescheid für das Jahr da ist, rechnet die SVS nach. Diese Nachbemessung endet mit einer Nachzahlung oder einer Gutschrift.
Selbstständige liest die Nachbemessung der SVS, weil der Einkommensteuerbescheid die vorläufigen Sozialversicherungsbeiträge der ersten Jahre korrigiert

Warum im dritten Jahr die Nachzahlung kommt

Ein Rechenbeispiel, mit den Werten 2026 gerechnet: Lena macht sich am 1. Jänner 2026 als Grafikdesignerin mit freiem Gewerbe selbstständig und verdient jedes Jahr rund 36.000 € vor Sozialversicherung.

2026 und 2027 schreibt ihr die SVS den Mindestbeitrag vor, 160,81 € im Monat. Das fühlt sich günstig an. Im Lauf von 2027 kommt der Steuerbescheid für 2026, und die SVS rechnet nach: Lenas Beitragsgrundlage lag bei rund 30.800 €. In die Pensionsversicherung hätten 18,5 % davon gehört, also 5.697 €. Gezahlt hat sie 1.223 €. Die Differenz von 4.473 € kommt im Jahr darauf in vier Teilbeträgen zu je rund 1.118 € (§ 35 GSVG).

In der Krankenversicherung zahlst du in den ersten beiden Jahren nur den Mindestbeitrag, egal wie viel du verdienst, und es wird nichts nachgefordert. Das ist die Erleichterung für Gründer mit Gewerbeschein. Ab dem dritten Jahr wird auch die Krankenversicherung nach deinem tatsächlichen Einkommen nachbemessen.

Jahrlaufende BeiträgeNachzahlungzusammen
20261.930 €keine1.930 €
20271.930 €keine1.930 €
20281.930 €4.473 € für 20266.403 €
2029rund 8.400 €¹4.473 € für 2027rund 12.900 €¹

¹ Laufende Vorschreibung nach Lenas Beitragsgrundlage von 2026. Die SVS wertet sie dafür noch mit den Aufwertungszahlen der Jahre 2027 bis 2029 auf (§ 25a GSVG), der tatsächliche Betrag liegt also etwas darüber.

Die SVS verlangt also nicht mehr, sie verlangt es später. Für 2026 zahlt Lena insgesamt 6.403 €, knapp 18 % ihres Gewinns, nur eben zwei Drittel davon erst 2028. Im vierten Jahr trifft dann alles zusammen: Die laufenden Beiträge richten sich jetzt nach ihrem echten Einkommen, die Nachzahlung für 2027 läuft noch, und die Abrechnung für 2028, dann schon mit Krankenversicherung, steht aus.

Angenommen sind dabei ein gleichbleibender Gewinn, nur der Grundfreibetrag und ein Steuerbescheid jeweils im Folgejahr. Die Beträge der Folgejahre steigen etwas, an der Größenordnung ändert das nichts.

Glas mit Münzen als Rücklage für die SVS-Nachzahlung, damit Selbstständige in Österreich die Nachbemessung der Sozialversicherung gelassen abwarten

Drei Wege aus der Nachzahlungsfalle

Rücklage bilden
Rechne ab dem ersten Monat mit rund 24 % deines Gewinns für die SVS. Was die SVS davon noch nicht verlangt, parkst du auf einem eigenen Konto. In den ersten beiden Jahren bleibt dabei sogar etwas übrig, weil die Krankenversicherung gedeckelt ist.
Beitragsgrundlage hinaufsetzen
Erwartest du mehr Einkommen, als die SVS vorläufig annimmt, beantragst du, die vorläufige Beitragsgrundlage hinaufzusetzen (§ 25a GSVG). Dann zahlst du laufend passend, und die Nachzahlung fällt klein aus.
Nachzahlung verteilen
Nachzahlungen aus den ersten drei Jahren kannst du auf Antrag auf zwölf Quartale statt auf vier verteilen. Das hilft, wenn es schon passiert ist, macht die Summe aber nicht kleiner.

Was du im Jahr zahlst: Beiträge nach Gewinn

Die Tabelle zeigt, was bei gleichbleibendem Gewinn ab dem dritten Jahr im Jahr anfällt. „Gewinn vor SVS” ist das, was nach allen anderen Betriebsausgaben übrig bleibt, bevor die Sozialversicherung abgezogen wird.

Gewinn vor SVSSVS im JahrSVS im Monat
bis rund 7.700 €1.929,72 €160,81 €
10.000 €rund 2.460 €rund 205 €
20.000 €rund 4.800 €rund 400 €
30.000 €rund 7.140 €rund 595 €
40.000 €rund 9.480 €rund 790 €
50.000 €rund 12.020 €rund 1.000 €
60.000 €rund 14.660 €rund 1.220 €
80.000 €rund 19.950 €rund 1.660 €
ab rund 103.600 €26.186,04 €2.182,17 €

Gerechnet ist mit den Werten 2026 für ein Einzelunternehmen mit Gewerbeschein, mit dem Grundfreibetrag und unter der Annahme, dass vorläufige und endgültige Beiträge übereinstimmen. Über die ganze Spanne sind es rund 24 % des Gewinns, daher die Faustregel.

Ausnahmen, wenn du wenig verdienst

Mit Gewerbeschein kannst du dich auf Antrag von der Kranken- und Pensionsversicherung befreien lassen, wenn dein Umsatz im Jahr höchstens 55.000 € und deine Einkünfte höchstens 6.613,20 € betragen (§ 4 Abs. 1 Z 7 GSVG). Die Unfallversicherung von 12,95 € im Monat bleibt. Dafür sammelst du in dieser Zeit keine Pensionszeiten und hast über die SVS keinen Krankenversicherungsschutz. Die SVS prüft im Nachhinein anhand deines Steuerbescheids, ob du die Grenzen eingehalten hast. Liegst du darüber, zahlst du rückwirkend. Wie die Umsatzgrenze genau funktioniert, steht im Ratgeber zur Kleinunternehmergrenze in Österreich.

Als Neue Selbständige bist du unter 6.613,20 € Einkünften gar nicht pflichtversichert. Überschreitest du die Grenze, musst du das der SVS selbst melden. Tust du das innerhalb von acht Wochen nach dem Einkommensteuerbescheid, bleibt es bei den normalen Beiträgen. Sonst schlägt die SVS 9,3 % auf die Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge auf.

Wann du zahlst

Die SVS schreibt die Beiträge vierteljährlich vor. Fällig sind sie jeweils am Ende des zweiten Monats im Quartal, also am 28. Februar, 31. Mai, 31. August und 30. November. Nachzahlungen kommen zu denselben Terminen, je ein Teilbetrag. Mit der ersten Vorschreibung im Februar schickt dir die SVS eine Jahresvorschau, mit der du den Rest des Jahres planen kannst.

Was du für dein Geld bekommst

Krankenversicherung
e-card, Arzt und Spital wie bei Angestellten. Beim Arzt zahlst du allerdings 20 % Selbstbehalt. Über das SVS-Programm „Selbständig Gesund" halbiert er sich auf 10 %, mit „Nachhaltig Gesund" sinkt er auf bis zu 5 %.
Krankengeld
Nicht automatisch. Bist du länger als 42 Tage durchgehend krank, zahlt die SVS eine Unterstützungsleistung von 40,04 € am Tag (2026), rückwirkend ab dem vierten Tag und höchstens 20 Wochen, wenn du weniger als 25 Mitarbeiter hast. Für Krankengeld ab dem vierten Tag gibt es eine freiwillige Zusatzversicherung mit sechs Monaten Wartezeit.
Pension
Jeder Beitragsmonat zählt für dein Pensionskonto. Das ist der größte Posten und der, den du später zurückbekommst.
Selbständigenvorsorge
Die 1,53 % gehen an eine Vorsorgekasse und sammeln sich dort für später, ähnlich der Abfertigung Neu bei Angestellten.
Arbeitslosenversicherung
Gibt es nur freiwillig. Eintreten kannst du innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der Pflichtversicherung, dann bist du acht Jahre gebunden. Wählbar ist ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel der Höchstbeitragsgrundlage, was 2026 ein Arbeitslosengeld von 32,21 €, 52,33 € oder 72,18 € am Tag ergibt.

Angestellt und selbstständig zugleich

Arbeitest du daneben noch angestellt, bist du doppelt versichert und zahlst in beiden Systemen. Nach oben begrenzt ist das trotzdem: Die Höchstbeitragsgrundlage von 97.020 € im Jahr gilt für alle Einkommen zusammen. Die SVS gleicht das von sich aus ab und schreibt dann weniger vor. Was du darüber hinaus schon gezahlt hast, bekommst du zurück.

SVS-Beiträge senken deine Steuer

Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung sind Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG). Als Einnahmen-Ausgaben-Rechner ziehst du sie in dem Jahr ab, in dem du sie zahlst, eine Nachzahlung also erst im Jahr der Zahlung. Das dämpft den Schlag etwas: Lena liegt mit ihrem Einkommen im 30-%-Tarif und holt sich von der Nachzahlung über 4.473 € so rund 1.340 € über die Einkommensteuer zurück.

Kurz notiert: die fünf Werte für 2026

160,81 €
Mindestbeitrag im Monat, 1.929,72 € im Jahr. So viel zahlst du, solange die SVS nur vorläufig rechnet.
26,83 % + 12,95 €
Pension 18,5 %, Kranken 6,8 % und Vorsorge 1,53 % der Beitragsgrundlage, dazu die fixe Unfallversicherung im Monat.
97.020 €
Höchstbeitragsgrundlage im Jahr. Darüber steigen die Beiträge nicht mehr, höchstens 2.182,17 € im Monat.
55.000 € und 6.613,20 €
Umsatz- und Einkünftegrenze für die Kleinunternehmer-Ausnahme mit Gewerbeschein.
rund 24 %
So viel deines Gewinns vor SVS geht an die Sozialversicherung. Leg das ab dem ersten Monat zur Seite.

So macht LazyBill das für dich

LazyBill rechnet deine SVS-Beiträge nicht aus, das bleibt bei der SVS und deiner Steuerberatung. Es liefert dir aber die Zahl, von der du die Rücklage ableitest: Das Reporting zeigt dir jeden Monat, was deine Rechnungen eingebracht und deine Belege gekostet haben, ohne dass du etwas zusammenrechnen musst. Wer daraus jeden Monat knapp ein Viertel auf ein eigenes Konto legt, sieht der Nachbemessung gelassen entgegen. Und am Jahresende geht alles gesammelt an deine Kanzlei, die daraus die Einkommensteuererklärung macht, nach der die SVS später abrechnet.

LazyBill Redaktion
Svs Sozialversicherung Selbststaendig Gruendung Österreich

Häufige Fragen

Wie viel Sozialversicherung zahle ich als Selbstständiger in Österreich? +

2026 mindestens 160,81 € und höchstens 2.182,17 € im Monat. Dazwischen sind es 26,83 % deiner Beitragsgrundlage plus 12,95 € Unfallversicherung im Monat. Als Faustregel gehen rund 24 % deines Gewinns vor Sozialversicherung an die SVS.

Warum muss ich bei der SVS nachzahlen? +

Weil die SVS zuerst nur vorläufig rechnet. In den ersten drei Jahren legt sie die Mindestbeitragsgrundlage zugrunde, später die aufgewertete Beitragsgrundlage von vor drei Jahren. Sobald dein Einkommensteuerbescheid da ist, rechnet sie mit dem tatsächlichen Einkommen nach und verlangt die Differenz, in vier Teilbeträgen im Jahr danach.

Kann ich eine SVS-Nachzahlung vermeiden? +

Ja, auf zwei Wegen. Du kannst bei der SVS beantragen, die vorläufige Beitragsgrundlage hinaufzusetzen, dann zahlst du laufend passend. Oder du legst ab dem ersten Monat knapp ein Viertel deines Gewinns zur Seite, dann ist die Nachzahlung schon da, wenn sie kommt.

Muss ich als Kleinunternehmer SVS zahlen? +

Als Gewerbetreibender kannst du dich auf Antrag von der Kranken- und Pensionsversicherung befreien lassen, wenn dein Umsatz 2026 höchstens 55.000 € und deine Einkünfte höchstens 6.613,20 € betragen. Die Unfallversicherung von 12,95 € im Monat zahlst du trotzdem. Neue Selbständige ohne Gewerbeschein sind unter 6.613,20 € Einkünften ohnehin nicht pflichtversichert.

Sind SVS-Beiträge steuerlich absetzbar? +

Ja, als Betriebsausgabe nach § 4 Abs. 4 EStG. Als Einnahmen-Ausgaben-Rechner ziehst du sie in dem Jahr ab, in dem du sie zahlst, eine Nachzahlung also erst im Jahr der Zahlung.

Bekomme ich als Selbstständiger Krankengeld? +

Nicht automatisch. Bist du länger als 42 Tage durchgehend krank, zahlt die SVS eine Unterstützungsleistung von 40,04 € am Tag (Wert 2026), rückwirkend ab dem vierten Tag und höchstens 20 Wochen lang, sofern du weniger als 25 Mitarbeiter hast. Krankengeld ab dem vierten Tag gibt es nur mit einer freiwilligen Zusatzversicherung.

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